Mag.(FH) Martina Laubreiter, MA, MSc, Försterin, Waldpädagogin, Greencarebegleiterin und Forstfrau, ist verantwortlich für den Bereich Wald & Kirche in der Katholischen Kirche Steiermark. Im März hat sie uns im Forstfrauen-Talk erzählt, wie Wald, Spiritualität und ökologische Verantwortung neue Wege eröffnen.
Die ökologischen und gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit stellen auch die Katholische Kirche Steiermark vor neuen Fragen: Wie übernimmt sie Verantwortung für die Schöpfung – und wie erreicht sie Menschen, die traditionelle kirchliche Formen nicht mehr ansprechen? Gleichzeitig wächst das Bedürfnis bei den Menschen nach Sinn, Stille und Naturverbundenheit.
Der Wald bietet hier neue Räume. Er ermöglicht unmittelbare Naturerfahrungen und macht Schöpfung mit allen Sinnen erfahrbar – ganz im Sinne von:
„Was ich schätze, das schütze ich.“
Biblische Tradition und naturnahe Forstwirtschaft teilendieselbe Grundhaltung: Hüten statt herrschen. Die Päpstliche Enzyklika Laudato si’ verbindet diese Perspektive zu einemganzheitlichen Ansatz von Ökologie, Spiritualität und gesellschaftlicher Verantwortung.
Eine repräsentative Befragung zum Thema „Wald & Kirche“ in der Steiermark bestätigt die Bedeutung des Waldes: Er ist Identitätskern, Gesundheitsraum und wird zunehmend als spiritueller Ort wahrgenommen. Zugleich möchten viele Menschen lernen, wie ökologisch-achtsames Handeln gelingt. Es braucht daher Orte, Begleitung und Formate, die dieses Lernen ermöglichen.
2,5 Jahre Praxiserfahrung in kirchlichen Wäldern zeigen das Potenzial dieses Ansatzes. Getragen wird die Arbeit gemeinsam mit einem breiten Netzwerk aus Forstbetrieben, Naturorganisationen, Gemeinden sowie sozialen und gesundheitsorientierten Partnern. Workshops und Projekte zu Inklusion, Klimawandel, Spiritualität, Gesundheit, Schöpfungsverantwortung uvm. machen sichtbar:
- Der Wald spricht breite und neue Zielgruppen an.
- Er eröffnet interdisziplinäre Kooperationen.
- Er verbindet Spiritualität, Gesundheit und Natur.
- Er macht Schöpfungsverantwortung unmittelbar erfahrbar.
- Er ist ein Ort, wo Kirche eine neue Form erhält.
Grundlage dieser Arbeit ist ein Dreiklang aus christlicher Spiritualität – Waldökologie – ethischen Grundhaltungen, der Menschen nicht nur informiert, sondern berührt und stärkt – dort, wo die Natur selbst zur besten Lehrmeisterin wird.
Text und Fotos: Martina Laubreiter



